Müllheimer Spätburgunder Rosé nimmt durch Rasse und Frische für sich ein. Diskussion auf EU-Ebene über die Herstellung vorerst beendet
Müllheim – Rosé ist im Trend, aber auch in der Diskussion. Heiß diskutiert wurde der kühle Wein zurzeit
vor allem in zwei Städten, in denen kein Wein wächst: Straßburg und Brüssel.
Dort wurde laut darüber nachgedacht, ob man den klassischen Rosé-Wein nicht auch durch eine Mischung aus weißem und
rotem Wein herstellen könnte, wie es in Kalifornien und Australien bereits
üblich ist. Andrea Engler, Weinmacherin im Müllheimer Weingut Engler: „Gott
sei Dank waren sich fast alle Winzer in Deutschland, Italien und Frankreich im
Protest einig, damit das Jahrhunderte alte Kulturgut Rosé-Wein nicht in einen undurchschaubaren Herstellungsprozess
abrutscht.“
Wer einen klassischen Rosé-Wein genießen will, kann sich an der hellfarbenen Variante des
Spätburgunders von der Müllheimer Sonnhalde laben. Der jetzt vorliegende,
trockene Kabinett des Jahrgangs 2008 ist geprägt durch saftige Frucht,
feinen Gerbstoff und rassigen Körper – er kitzelt hinter den Ohren. Im Bukett
dieses fast mediterranen Rosé dominieren Noten nach Mon-Cherie-Kirsche und
anderen hellroten Früchten wie Erdbeere und Himbeere, aber auch würzige Noten
wie Wacholder und Rauch mandeln. Der feinherbe Nachklang im Gaumen und die
frische Fruchtsäure erheben ihn zu einem exzellenten Essensbegleiter:
gegrillter Fisch, helles Fleisch, kräftige Gemüsegerichte und geräucherte
Wurstwaren passen optimal zu ihm. Natürlich lässt er sich auch als animierender
Aperitif und als saftiger Sommerwein auf der Terrasse genießen. Die
Lagerfähigkeit beträgt ein bis zwei Jahre.
Engler: „Der deutsche Verbraucher soll bei uns stets reinen Wein eingeschenkt bekommen. Wir
haben ebenfalls unsere Zustimmung zu einer Legalisierung der Produktion verweigert, die
es ermöglichen würde, in Europa Rosé aus einer einfachen Mischung von
Weißwein und Rotwein herzustellen. Qualität hat bei uns grundsätzlich etwas mit
ehrlicher Erzeugung zu tun.“ Andrea Engler bedauert es,
dass es immer wieder sogenannte Weine gibt, zu deren Produktion keine
Vergärung von Most zu Wein stattgefunden hat. Im Hause Engler entsteht die rosa
Farbe des Weines nach wie vor durch die kurze Dauer des Kontaktes zwischen
dem Traubenmost und der Haut der Beeren. Andrea Engler: „Wo Rosé drauf
steht, muss auch Rosé drin sein“.
Preis ab Weingut: 5,90 Euro
Telefonischer Kontakt, auch für Probeflaschen-Anforderungen: (0 76 31) 17 05-50,
Fax: 17 33-45
E-Mail: info@weingut-engler.de